23. Oktober 2007

Die Quellengeschichte Rogner Bad Blumau

... Fortsetzung, Teil 3

„Die Quellengeschichte Rogner Bad Blumau“

Nachdem Friedensreich Hundertwasser per Handschlag in unser Projekt eingewilligt hatte, begann ein schier unendlicher Hürdenlauf, der seinen Ausgang in der Quellengeschichte von Blumau findet. Schon in den 70er Jahren hatte nämlich eine Tochterfirma der ÖMV, die RAG, von Waltersdorf bis Loipersdorf nach Lagerstätten für Erdgas und Erdöl gebohrt. Da es geologisch gesehen in der Erdgeschichte vor zirka 2 Millionen Jahren den so genannten „Blumauer Bruch“ gab, war diese Vermutung nahe liegend. Zirka 40 Vulkane waren zu jener Zeit in der Gegend aktiv - bei einem riesigen Vulkanausbruch ist sogar ein ganzes Binnenmeer bis weit in die ungarische Tiefebene ins Erdinnere abgesunken. Aus dieser Tiefe schöpfen wir auch als einzige Therme das wertvolle, heiße und unverfälschte Thermalwasser. Übrigens: Die Gegend um Graz ist damals am Ufer dieses Urmeeres gelegen.

Doch zurück zu den Bohrungen, die in Waltersdorf ihren Ausgang nahmen. 1.420 Meter tief wurde hier gebohrt, doch man fand nur warmes Wasser mit 68° Celsius und einer Schüttung von 22 Litern. Dann suchte man in Loipersdorf, doch auch hier stieß man in 1.177 Metern Tiefe nur auf warmes Wasser von 61° Celsius mit nur 4,5 Litern Schüttung. Dann kam Blumau an die Reihe – dort hat man sich auf eine Tiefe von 2.843 Meter vorgewagt und 110° Celsius heißes Wasser mit einer Schüttung von 60 Litern gefunden. Hier gab es also die stärkste Quelle – unglücklicherweise jedoch auch den ärmsten Bürgermeister.

In Waltersdorf wurde darauf eine Therme entwickelt und ebenso in Loipersdorf. Seinerzeit wurde übrigens ich von der steirischen Landesregierung eingeladen, die Therme Loipersdorf zu entwickeln. Ich lehnte dies wegen der zu geringen Schüttung ab. Daraufhin nahm das Land selbst dieses Unternehmen in Angriff. Als Trost, dass man ausgerechnet die stärkste Quelle in der Steiermark nicht entwickeln würde, versprach man der Gemeinde Blumau als wirtschaftliche Entwicklung die zentrale Mülldeponie der Steiermark. Die Quelle hingegen wurde auf ewiges Ruhen, hunderte Meter tief hoffnungslos zubetoniert.
Aber der sehr rege Gemeindesekretär von Blumau, Karl Semmler, samt Gemeindebürger, wollte keine Mülldeponie, sondern eine Therme mit der stärksten Quelle der Region realisiert wissen. Jahrelang wurde ich von Herrn Semmler regelmäßig traktiert, eine Therme zu entwickeln. Um ihn los zu werden, habe ich ihn in der Hoffnung, dass er sowieso keine Werte des Thermalwassers hat ersucht, diese Werte zu liefern. Daraufhin schickte er mir die Werte, die er hatte: 110° Celsius heißes Wasser mit einer sensationellen Mineralisierung. Da hat es bei mir geklingelt und der Entschluss ist gefallen – ich gehe nach Blumau.

Querschnitt der Bohrungen in Bad Blumau
...Fortsetzung der Geschichte folgt in meinem nächsten Newsletter ...

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